Eine zufällige Begegnung in der Gärtnerei Tischler und ein kurzes Gespräch über das Ziel des Blumenstraußes führten zu der Einladung mir Aikido anzuschauen.
Zuallererst hab ich mich über das herzliche Willkommen und sofort zuschauen zu dürfen gefreut, auch über die kurze Erklärung an die Teilnehmenden, wieso ich hier bin. Den Raum empfinde ich sehr klar, er strahlt Konzentration, Leichtigkeit und Frische aus – oder sind es die Übenden? Vielleicht auch beides zusammen.
Beeindruckend war die kurze, klare Ansage und das Vorzeigen mit einem Teilnehmenden was in der nächsten Sequenz geübt wird, verbunden mit präzisen Erklärungen, worauf zu achten ist, was zu vermeiden ist, weil man sonst selber stolpert.
Manche Bewegungen wurden nicht zu Ende geführt – ich konnte nicht so schnell wahrnehmen warum, dafür braucht es Übung. Manche Bewegungen waren, unabhängig von Alter und Geschlecht, sehr geschmeidig und weich, manche sehr kraftvoll und kompakt, trotzdem zielführend.
Es gab Übungseinheiten von einigen Minuten, danach setzten sich alle wieder an den Rand und die nächste Sequenz wurde demonstriert. In der Zwischenzeit erklärte mir Björn einiges über Aikido, Ursprung und Schwerpunkte der verschiedenen Richtungen, und über die Geschichte des Vereins KaiSeiKan.
Ich wollte gerne wissen, warum die Teilnehmenden laut mit den Händen auf den Boden „klatschen“ wenn sie geworfen werden, und fand die Erklärungen dazu und zu den einzelnen Übesequenzen gut verständlich – im Grunde physikalische Gesetzmäßigkeiten, deren man sich im Alltag meist nicht bewußt ist.
Nachdem ich früher Kyudo praktiziert hatte, kamen spezielle Fragen meinerseits über Kyu, Dan und Beurteilungen, anhand welcher Kriterien Fortschritt beurteilt und gefördert wird. Hingebungsvolles Üben, unabhängig von körperlichen Voraussetzungen, wird hier optimal unterstützt und ein gewisser Einsatz für die Gemeinschaft ist sehr willkommen.
Fortschrittsmöglichkeiten hängen nicht von Prüfungen ab, das ist anders als ich beim Kyudo erlebt habe.
Das zeremonielle Miteinander – sich verneigen, verabschieden – fand ich sehr entspannt und natürlich und die Atmosphäre in der Gruppe empfand ich heiter und die TN waren offensichtlich sehr präsent.
Insgesamt war das ein sehr schöner Einblick ins Aikido – ein Aperitiv!
Herzlichen Dank an Björn, Robert und alle Teilnehmenden, dass ich mir das ansehen und so viel erfahren durfte. Schade, dass Hamburg zu weit weg von Schwansen ist um zu erforschen, ob ich Aikido praktizieren könnte.
Christine Kruse

